L`été des portraits

Alle zwei Jahre begeben sich die Berufsfotografen Österreichs auf eine Pilgerreise nach Gmunden. Nein nein, dort gibt´s keine, speziell auf unseren Berufsstand zugeschnittene, geistige Erbauung. Es gibt weder Freibier noch Gratiswürstel. Nicht einmal ein Ablass für seine beruflichen Sünden ist möglich …
Es handelt sich um die “Gmundner Fototage”; eine Veranstaltung, auf der Firmen der Fotoindustrie ausstellen, Kollegen aus verschiedensten Erdteilen Vorträge halten und immer wieder Ausstellungen zu sehen sind.

Laut meiner Studiopartnerin sil-via bin ich ja ein Technikfreak; ich halte allerdings die Inspiration für unseren Berufsstand für unendlich wichtiger als die ewigen Diskussionen über irgendwelche Dinge, die uns die Industrie aufdrängeln möchte. Viel brennender ist doch die Frage, was man mit dem “Vehikel Technik” anstellt, wie man es fertig bringt, dass es die eigenen Kunden vom Hocker reißt und einem selbst der Geist aufgeht wie die Tür eines Flugzeugs, bevor sich ein Fallschirmspringer dem Blau des Himmels anvertraut.

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Heuer gab es eine neue, besondere Form einer Ausstellung, den “l`été des portraits”. Eine Freiluftausstellung von über 2000 Portraits, die von verschiedensten europäischen Fotografen geschaffen wurden. Der Kurator, Monsieur Gérard Cimetière hatte diese geniale Idee einer Ausstellung unter freiem Himmel, welche in seiner Heimatstadt Bourbon Lancy (Bourgogne, Frankreich) zum ersten Mal stattfand und dann eine Reise durch Europa antrat. In Gmunden wurde das Portfolio der Ausstellung mit den Arbeiten österreichischer Fotografen erweitert; die Bilder hängen überall im Zentrum oder entlang der Spaziermeilen Gmundens und laden zum Betrachten ein.

Wie die überaus unprofessionellen Schnappschüsse unten zeigen, haben auch wir uns beteiligt; der Protagonisten in der Mitte lässt mal wieder den gelangweilten Künstler raushängen - bitte verzeiht ihm diese Respektlosigkeit.

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Ist schon sehr lässig und beeindruckend, durch Gmunden zu spazieren und von den vielen Bildern begleitet zu werden. Aus dem “durch-die-Ausstellung-Schlendern” wurde aber ein sportlicher Spazierschritt, fast schon ein Laufschritt - warum?
Leider hält die künstlerische Qualität vieler Arbeiten nicht, was die fantastische Idee und außergewöhnliche Präsentation verspricht. Wir fanden die über weite Strecken sichtbare Mittelmässigkeit der Arbeiten traurig. Unendlich viele Anne Geddes Plagiate; hunderte Kopien von Kopien von Kopien - bis zur Bedeutungslosigkeit durchgekaut.

Dazwischen gab es aber immer wieder sehr erfrischende Ideen, wunderbare Arbeiten auf hohem Niveau und richtig mutige Bilder (untere Bilderreihe); allerdings nur die Ausnahmen, die den Gesamteindruck bestätigten.

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Vielleicht ist es überheblich, wenn ich so ungeschönt über meine Eindrücke berichte. Ich glaube allerdings, dass die Portraitfotografie viel mutiger und unkonventioneller werden und sich an der modernen Kunst und dem Avantgardismus orientieren sollte - NICHT an tausendfach durchgekauten Dingen…

Trotzdem sollte man allen Teilnehmern der Ausstellung Orden umhängen und den Erfindern ein Zepter überreichen. DANKE an alle, die zum Entstehen der Ausstellung beigetragen haben, besonders die ausstellenden (Portrait-) Fotografen. Bitte bitte bitte machen wir uns auf den Weg; weg mit dem Staub, weg mit der Langeweile - Her mit der Vielfalt, her mit dem Besonderen!

Die Ausstellung ist noch bis 31. Juli 2007 zu sehen! Ich kann nur empfehlen, einen Ausflug nach Gmunden und sich ein eigenes Bild zu machen und dann vielleicht einen Beitrag für den Blog zu schreiben!

Fotos: sil-via Kranawetter, m-art-in Arbeithuber
Text: m-art-in Arbeithuber

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